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Der Wein

Malbec-Granate von 1921 gepflanzten wurzelechten Rebstöcken. Tiefes, dunkles Rubinrot. Betörend dichte Nase nach reifen, süßen Beeren,Veilchen, Kaffee und Schokolade. Am Gaumen sehr elegant und voll, erdig, würzig, dabei balanciert, dicht verwoben und elegant. Brombeeren, Holunder, Pflaumen, Lavendel, Mineralien. Massive Frucht von passender Säure unterlegt. Endlos langer Abgang mit Anklängen von dunkler Schokolade, Kraft und Eleganz. Ein ganz großer Wein von dem nur ca. 8000 Flaschen produziert wurden! Trinken 2012 bis mindestens 2030. Nicht geschönt und nicht gefiltert. Dekantieren! Parker 94 P.




Das Weingut: Achaval Ferrer

 

 

Achaval Ferrer, gegründet 1998, hat sich mit Beeindruckender Geschwindigkeit zu einem der Benchmark-Weingüter Argentiniens entwickelt und gehört zu der Handvoll Spitzen-Weingüter Argentiniens, die weltweite Anerkennung gefunden haben. Robert Parker bewertet selbst die „einfachen“ Weine des Weinguts mit mehr als 90 Punkten. Das kleine, biodynamisch betriebene, Weingut besitzt Weingärten mit hundert Jahre alten Malbec-Reben, die getrennt geerntet und vinifiziert werden.

Die Weingärten der Finca Altamira liegen 100km südlich von Mendoza bei La Consulta  im Uco-Tal. Die Finca Bella Vista liegt im Perdriel-Distrikt von Lujan de Cuyo, ca 25km südlich von Mendoza und die Finca Mirador in Medrano ca. 55km südöstlich.

Die alten Reben von Bella Vista und Altamira, der Ertrag liegt bei 10hl/ha, waren einerseits der Anlass für den Vorbesitzer aufzugeben (ihm war der Ertrag zu niedrig) und andererseits ein Glücksfall für eine argentinisch-italienische Freundesgruppe um Santiago Achaval und Manuel Ferrer. Dass zur Gruppe Roberto Cipresso, einer der besten „flying winemakers“ der Welt gehört war ein weiterer Glücksfall. Er unterstützt die Gruppe bei der Weinbergs- und Kellerarbeit und begründete die Achaval-Ferrer Philosophie, dass Qualität im Weinberg entsteht und die Kellerarbeit sich darauf beschränken sollte das Endprodukt unverfälscht in die Flasche zu bekommen. Neben den Einzellagen Malbecs produziert man bei Achaval Ferrer heute auch einen Malbec aus jüngeren Reben und den von Roberto Cipresso kreierten „Quimera“, einen Bordeaux-Blend aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Malbec.





Die Region: Mendoza

Als ich erstmals Argentinien bereiste, war ich überrascht von der kleinen aber feinen Auswahl hochwertiger Weine, die es dort gab. Guter südamerikanischer Wein war für mich damals gleichbedeutend mit chilenischem Wein, der besonders dadurch Aufmerksamkeit erregte, weil er zu wesentlich geringerem Preis angeboten wurde und ähnlich schmeckte wie Wein aus Australien oder Kalifornien. Argentinien besitzt zwar schon immer ideale natürliche Bedingungen für den Weinbau, aber die fehlende Exportorientierung der Weingüter sorgte lange dafür, dass argentinische Weine in Europa kaum wahrgenommen wurden. Das hat sich inzwischen geändert. Es hat sich auch in Europa die Erkenntnis durchgesetzt dass Argentinien, zumindest bei den ambitionierten Weingütern, ein ausgezeichnetes Verhältnis Preis/Genuss bietet.

 

Vor zwanzig Jahren tranken die Argentinier ihren Wein noch zu 99% selbst, die Kellereien gaben sich meist wenig Mühe – der Absatz war ja gesichert. Einige wenige einheimische Betriebe wie z. B. Luigi Bosca erkannten damals die Zeichen der Zeit und modernisierten in Richtung eines fruchtbetonten und eleganten Stils, ohne allerdings den unverwechselbaren argentinischen Geschmack aufzugeben.  Inzwischen entstand eine Vielzahl ambitionierter kleinerer Betriebe, deren Kellermeister inzwischen Weltklasseweine präsentierten. Die Rebsorte Malbec, die man vor 25 Jahre gegen die Modesorte Cabernet Sauvignon austauschen wollte, wurde zum Star und Markenzeichen des argentinischen Weins und gehört heute weltweit zu den angesagten Weinen. Besonders im Weinbaugebiet der Region Mendoza hat man ideale Boden- und Klimabedingungen für den Malbec: Über 300 Sonnentage, trockene, heiße Sommer, kühle Nächte, mineralreiche Böden, Bewässerung mit mineralreichem Schmelzwasser aus den Anden, praktisch nicht vorhandene Reblaus erlaubt die Verwendung wurzelechter Stöcke. Das ergibt Weine mit kräftig dunkler Farbe, mit Aromen von Beeren, Pflaumen, Kirschen und Schokolade. Sie sind saftig, schmelzig kraftvoll und weit weniger tanninbetont als Malbec aus dem Cahors.